Interessante Forschungsergebnisse

Interessante Forschungsergebnisse  - © www.segner.at

Unter diesen Link sehen Sie was unsere Bienen leisten! http://www.nas.boku.ac.at/9722.html

Seit mehreren Jahrzehnten beschäftigen sich weltweit Wissenschafter intensiv mit dem Nachweis der Bestäubungsleistung der Biene bei den verschiedensten Kulturpflanzen. Anbei ein Liste der in unseren Breiten wichtigsten Kulturpflanzen mit Insektenbestäubung und die Unterschiede mit und ohne Bienenbeflug:

 

 

 

 

 

Kultur

Mehrertrag

Sonstige Auswirkung

Apfel

65% Fruchtbildung (mit Bienen)

10% Fruchtbildung (ohne Bienen)

gut geformte Früchte

Birne

Dreifacher Ertrag durch Bienenaktivität

 

Bohnen

21% mehr Samengewicht

6% mehr Hülsengewicht

Buchweizen

55,7% Samenbildung (Käfig m. Bienen)

6,7% Samenbildung (Käfig o. Bienen)

 

Erdbeeren

50-59% Fruchtbildung (ohne Bienen)

80% Fruchtbildung (mit Bienen)

Endgültige Ertragssteigerung um 107%

Gurken

64kg Ertrag (mit Bienen)

15kg Ertrag (ohne Bienen)

Durchschnittsgewicht der Frucht um 44% gesteigert

Heidelbeeren

Fruchtbildung um durchschnittlich 31%

erhöht

Früchte im Schnitt um 69% größer

Himbeeren

16-70% Fruchtbildung (ohne Insekten)

64-98% Fruchtbildung (mit Insekten)

Ertrag kann ohne Bienen um 70-80% fallen

Karottensamen

864kg/ha Ertrag mit Bienen

367kg/ha Ertrag ohne Bienen

Keimfähigkeit d. Samens:

96% mit Bienen, 88% ohne Bienen

Kirsche

67% mehr Fruchtansatz durch Bienen

 

Kiwi

Steigerung des Fruchtgewichts um 21,4g

Steigerung der Samenanzahl um 227

Kleesamen

56 Samen/Blühkopf (mit Bienen)

1 Samen/Blühkopf (ohne Bienen)

Erhöhte Keimfähigkeit mit Bienen

Kruziferen Samen

9,1 Samen/Schote m. Bienen

2,3 Samen/Schote o. Bienen

68% Fruchtansatz mit Bienen

9% Fruchtansatz ohne Bienen

Kürbis

1 Bienenanflug = 30% Fruchtansatz

7 Bienenanflüge = 100% Fruchtansatz

1 Anflug = 91 Samen/Frucht

10 Anflüge = 214 Samen/F.

Luzernesamen

4,1 Samen/Hülse (Bienenbestäubung)

2,5 Samen/Hülse (Selbstbestäubung)

67% d. Blüten bilden Hülsen bei Bienenbestäubung; nur 31% bei Selbstbestäubung

Pfirsich

5 Früchte/Baum (ohne Bienen)

84 Früchte/Baum (mit Bienen)

 

Raps

15-30 Samen/Schote (mit Bienen)

1-10 Samen/Schote (ohne Bienen)

Früheres Abblühen mit Bienen, höherer Ölgehalt

Ribisel (Johannisbeere)

Ohne Insekten 75-93% weniger Ertrag

Weniger Samen pro Beere

Sojabohne

Nicht signifikanter Unterschied

 

Sonnenblume

503 Samen/Blühkopf (mit Bienen)

81 Samen/Blühkopf (ohne Bienen)

Mit Bienen:6,7g/100Samen Öl-Gehalt: 42%;

Ohne Bienen:4,1g/100 Samen Öl-Gehalt: 28%

Spargelsamen

6g Samen/Pflanze (Käfig)

775g Samen/Pflanze (freiliegend)

 

Tomaten

Durchschnittl. Fruchtgewicht (kg/m²)

Mit Bienen: 16,8 – Ohne Bienen: 11,3

60,1% Fruchtansatz o. Bienen

70,7% Fruchtansatz mit Bienen

Zwetschke

Zwischen 125 und 300m Entfernung zum Bienenstand sank die Fruchtbildung um 242%

 

Zwiebelsamen

275 kg/ha Ertrag (Käfig mit Bienen)

73 kg/ha Ertrag (Käfig ohne Bienen)

90% Samenbildung m. Bienen

61% Samenbildung o. Bienen

 

Der Pollentransport ist die Hauptaufgabe der Honigbiene in unserer Landwirtschaft, aber bei weitem nicht die einzige.

Wir machen seit drei Jahren Untersuchungen zum Wechselverhalten Honigbiene – Ameise. Die große Waldameise war die erste Tierart in Deutschland, die unter Schutz gestellt wurde, da man nachweisen konnte, dass sie das Massenvermehren von Pflanzenfraßschädlingen verhindern konnte. Im Unterschied zur Honigbiene sind Ameisen Räuber und erbeuten täglich eine Vielzahl von Raupen und anderen Fraßschädlingen.

Wir konnten nachweisen, dass bei Bienenständen signifikant mehr Ameisenarten und wesentlich größere Ameisenvölker angesiedelt sind. Der Grund ist die permanente Nahrungsversorgung der Ameisen durch die kurzlebigen Honigbienen.

Durch das verstärkte Ameisenvorkommen in der Nähe von Bienenvölkern ist es möglich viele Pflanzenschädlinge unter der Schadschwelle zu halten.

Ein weiterer Effekt ist die Düngewirkung der Honigbiene. Ein Bienenstand mit 30 Bienenvölkern produziert pro Jahr rund eine Tonne organischen Dünger, der feinverteilt in der näheren Umgebung des Standes als Nährstofflieferant den Pflanzen zugute kommt.

Die Bestäubungstätigkeit der Honigbiene ist weltweit durchaus schon ein eigener Wirtschaftszweig geworden. Alleine in Kalifornien werden jedes Jahr rund eine Million Bienenvölker in die Mandelplantagen transportiert, um dort innerhalb von drei Wochen die Blüten zu bestäuben, danach zieht die Karawane weiter in Obstplantagen oder auf Luzernefelder. Für diese drei Wochen Bienenbeflug wird im Schnitt 100,- Euro pro Bienenvolk bezahlt.

Gerade bei kostenintensiver Produktion von hochwertigem Obst oder Gemüse macht eine Ertragsteigerung von 20 oder 30% oft eine Vervier- oder Verfünffachung des endgültigen Gewinnes aus.

Deshalb ist es weltweit Standard bei Kulturen, die Insektenbestäubung brauchen, Honigbienenvölker fix einzuplanen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass eine wirtschaftliche und hochwertige Produktion von Obst und Gemüse nur mit Honigbienen möglich ist.

Unsere gesamte Arbeit über die Bestäubungsleistung der Honigbiene, das Bestäubungshandbuch,  kann über die homepage der Universität für Bodenkultur Wien eingesehen  werden und steht den interessierten Imkern, Bauern und Gärtnern frei zur Verfügung.

Die Imker, die bereits eine eigene homepage haben, mögen diesen Artikel auf ihrer Seite veröffentlichen mit dem link zur Gesamtarbeit: www.nas.boku.ac.at/9722.html

Ich darf bitten, auf der eigenen homepage den oben angeführten link zu verwenden, damit der Quellennachweis gesichert ist.

Das Bestäubungshandbuch der Arbeitsgemeinschaft Bienenforschung an der Universität für Bodenkultur Wien ist das weltweit derzeit umfassendste Nachschlagewerk zur Bestäubungsleistung der Honigbiene und möge durch reichliches Verwenden zum dauerhaften Nutzen für Mensch und Natur beitragen.